Simone Weber, Basel
Angst, Fragmentierung, Unterbewusstsein
Der Wunsch zu kontrollieren ist ein Nebenprodukt der Angst. In einer Situation, in der wir uns komplett ausser Kontrolle fühlen, ist Hingabe das einzige, was wir tun können. Wenn wir uns hingeben lassen wir den Widerstand gegen die Angst, die wir nicht fühlen wollen, los. Somit wird die Angst fühlbar und wir können durch sie hindurch gehen. Auf der anderen Seite der Angst, der Dunkelheit, befindet sich immer ein Licht, etwas Wertvolles, das nun integriert werden kann. Folglich erweitert sich unsere innere Ganzheit. Das Gefühl, keine Kontrolle zu haben ist immer eine Einladung für Entwicklung, inneres Wachstum und grössere Einheit in uns selbst.
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Beziehungen, Fragmentierung, Wohlbefinden
Als sozialisierte Wesen haben wir erfahren, dass andere Menschen wollten, dass wir sind wie sie uns gerne hätten, damit sie von uns bekommen, was sie brauchen. Und weil wir andere Menschen in unserem Leben brauchen, haben wir schon als Kinder begonnen, unauthentisch zu sein, um nicht abgewiesen zu werden. Damit wir uns selber innerlich befreien und das Leben kreieren können, das wir uns wüschen, müssen wir wieder lernen, uns authentisch auszudrücken, mit all unserem Licht und Schatten. Uns gegenseitig zu verstehen und zu respektieren wer wirklich sind und wie wir fühlen ist das Schönste und Heilvollste, was wir füreinander tun können.
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Fragmentierung, Guru, Spiegel

Viele Menschen, die auf der spirituellen Suche sind, folgen einem Guru. Es gibt interessante Youtube -Videos von «spirituellen Gurus» der heutigen Zeit wie beispielsweise Mooji oder Sadhguru. Die Informationen, die diese Menschen in ihren Videos teilen, können die Expansion unseres Bewusstseins beschleunigen. Sie können aber ebenso dazu führen, dass wir unsere menschlichen Aspekte abspalten. Die Idee, unser Ego töten zu müssen führt dazu, dass wir unsere Menschlichkeit ablehnen. Das ist besonders verlockend für Menschen, die in der Kindheit emotionalen Missbrauch erfahren haben (und das sind fast alle), weil sie sich so vor dem eigenen Schmerz retten wollen. Dieser Schmerz entsteht durch die Zersplitterung der eigenen Person. Die Ablehnungen, emotionalen Manipulationen und Zurechtweisungen, die wir als Kind erfahren, führen dazu, dass wir denken, nicht gut genug zu sein wie wir sind. Also unterdrücken wir die Aspekte unserer selbst, die von unserem Umfeld bekämpft werden. Das führt zu innerem Schmerz, weil wir damit leugnen, wer wir wirklich sind.

Was wir Menschen eigentlich suchen, ist die Verbindung mit uns selbst und unsere innere Ganzheit. Wir sind spirituelle Wesen und Mensch zugleich. Wir sollten uns vor Augen halten, dass es nicht darum geht, der menschlichen Erfahrung irgendwie zu entkommen und spirituelle Konzepte als Flucht oder Rettung zu verwenden. Wir leben in zwei Realitäten, sind Mensch und spirituelles Wesen zugleich. Für beide Realitäten gelten oft gegensätzliche Gesetze und Wahrheiten. Es gilt zu akzeptieren, dass die gegensätzliche Gesetze jeweils beide wahr sind und in unserem multidimensionalen Universum gleichzeitig existieren.

Wenn ihr euch eine Weile mit den Botschaften von Gurus und Selbsthilfe-Experten  beschäftigt, werdet ihr zudem feststellen, dass ihre Ansichten und Erkenntnisse nicht übereinstimmen müssen. Das ist genial eingerichtet von der Quelle, den so werden wir automatisch auf uns selber zurückgeworfen, da wir erfahren, dass wir unsere Wahrheit da draussen nicht finden können. Du findest deine Wahrheit immer nur in dir. Aber auch diese Wahrheit ist nicht absolut. Sie ist expandierendes Bewusstsein, beweglich und nicht statisch und wird sich deshalb immer wieder verändern. Übrigens habe auch ich keine Ahnung, ob dieser Text in einem Jahr noch meiner Wahrheit entspricht.

 



Bildquelle: Pixabay

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