Simone Weber, Basel
Allgemein, Wohlbefinden

Die Idee, dass wir immer glücklich sein müssen, erzeugt eine Menge Druck. Das Unglückich-Sein hat genauso, wie das Glücklich-Sein, einen Platz in uns. Ich habe festgestellt, dass ich mehr Frieden empfinde, wenn ich Glücklich-Sein nicht besser bewerte als Unglücklich-Sein.  Glücklichsein und Unglücklichsein gehören zusammen. Es sind die entgegengesetzten Polaritäten derselben Energie. Wir wissen nicht, was glücklich sein bedeutet, ohne das Gefühl von unglücklich sein zu kennen. Beides sind vorübergehende Zustände. Jedes Gefühl ist vergänglich. Es gibt keinen Stillstand im Wechsel unserer Gefühle an einem spezifischen Punkt. Alles ist konstanter Veränderung ausgesetzt. Auch unsere Gefühle. Stillstand bedeutet Tod. Wir können aber unsere Gefühle aus einem desidentifizierten Zustand betrachten, aus einem Zentrum reinen Gewahrseins, das von den emotionalen Zuständen unberührt ist. An diesem Ort des höheren Bewusstseins in uns ist es immer still, und wir sind frei von Glück oder Unglück. Das bedeutet nicht, dass wir unsere Gefühle nicht fühlen und sie verdrängen sollen, die Gefühle wollen gefühlt werden, ansonsten blockieren wir ihren freien Energiefluss, wodurch Blockaden in unserem Energiesystem entstehen, die im extremsten Fall zu Krankheit führen. Es braucht beides: Das Fühlen der Gefühle und das Verständnis darüber, dass wir zwar Gefühle haben, aber nicht unsere Gefühle sind.
Unglücklich-Sein ist ein wichtiger Hinweis darauf, dass wir in irgendeinem Bereich des Lebens eine Veränderung vornehmen sollten. Es ist ein Gefühl von grossem Wert, das uns dazu aufruft, den aktuellen Lebensbedingungen und Einstellungen zu entwachsen. 

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